Besuch der 9a im KZ Natzweiler-Struthof

Die grüne und weite Natur um das KZ-Struthof würde niemals einen solchen grausamen und menschenverachtenden Ort vermuten lassen. Es ist eine beeindruckende und gleichzeitig beängstigende Erfahrung. Vor den hölzernen, mit Stacheldraht versehenen Doppelzäunen befindet sich ein moderner Empfangsbau. Nach dem Eintreten durch das Hochsicherheitstor der Einrichtung entfaltet sich ein vergleichsweise kleines Konzentrationslager. An einem sonnigen Tag verängstigen die Tore nicht übermäßig, allerdings ist die Angst der damaligen Häftlinge, vor allem durch die nächtliche Einlieferung, kaum vorstellbar. Nach der Besichtigung der ersten Baracke tritt man in das grausame Hinrichtungsgebäude und Krematorium, welches durch den markanten Schornstein von weitem auffällt. Man muss wissen, dass die Hitze der verbrannten Häftlinge für die Beheizung des Duschwassers des Personals diente. Neben dem Krematorium befindet sich ein Bunker, die Folteranstalt des KZ. Heute steht zwischen den Gebäuden ein großes Kreuz, welches an die dort Verstorbenen erinnert. Über dem KZ befindet sich ein neuer Friedhof, in dem ca. 600 Opfer liegen. Dies sind lediglich die gefundenen.

Die Führung zeigt die Grausamkeit und unverständliche Perversität in aller Deutlichkeit. Es bleibt zu hoffen, dass diese Ausflüge in den neunten Klassen andauern werden, wenn auch die direkte Erinnerung langsam aber sicher erlischt.

Marcel Blicha, Jan Fischer