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Demokratie-Workshop im LK -Englisch

Demokratie-Workshop im LK -Englisch am 6.7. und 8. Oktober 2020

Leistungskurs Englisch (KS 2) in Zusammenarbeit mit dem Emma-Kreativzentrum, Pforzheim

Referent: Mr. Jaspar Rogers (London)

Angeleitet vom derzeitigen Londoner Stipendiat, Herrn Jaspar Rogers, des „Designer in Residence“-Programmes am Emma-Kreativ-zentrum Pforzheim, war es in der vierten Unterrichtswoche  des neuen Schuljahres dem Leistungskurs Englisch der Kursstufe 2  am Kepler vergönnt,  an einem Workshop zum Thema Demokratie in englischer Sprache teilzunehmen.

Letztendliches Ziel des Stipendiaten ist die Entwicklung eines digitalen Spiels mit dem Thema Demokratie, das auf den Ergebnissen der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern fußt.

Im Workshop selbst, konnten die Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse ihre Haltung zum Thema Politik erfahren  und sich zunächst selbst einschätzen, wie viel sie über Politik wissen und für wie interessiert sie sich halten. Anhand eines Fragebogens zu politischen Bereichen aus ihrem Lebensalltag bildeten die LK-ler nun Interessensgruppen.

Themen, die unseren Schülerinnen und Schülern besonders am Herzen lagen, waren funktionierender und sozial verträglicher Nahverkehr, soziale Gerechtigkeit, eine gerechte und funktionierende Gesundheitspolitik, Bildung für alle,  die Wichtigkeit einer europäischen Einheit und einen bewussten Umgang mit der Umwelt.

Bevor die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eine eigene Partei bilden und dafür ein eigenes Manifest (auf Englisch!) schreiben sollten, erfuhren sie in einem kurzen Impulsreferat von der Interdependenz der Themen untereinander. Dabei stützte sich Mr Rogers auf ein von ihm gestaltetes Modell (s. Abbildung unten) zu Interdependenzen

politischer Themenbereiche, das den Schülerinnen und Schülern beim Ent-stehungsprozess ihres Parteiprogramms behilflich sein sollte.

Nach der Gruppenarbeitsphase präsen-tierten sich die Leistungskursler – wieder in der Fremdsprache – gegenseitig nicht nur ihre Parteinamen, Poster, Parteiprogramme und Lösungsvorschläge für die von ihnen aufgelisteten Probleme, sondern auch Strategien, wie sie eine Kampagne durchführen und junge Leute erreichen wollten. So zeigte beispielsweise die TEETH-Partei Zähne und forderte bezahlbaren Wohnraum, gleichen Lohn für alle, ausgeglichene Steuern. Die Umwelt-Partei GFCP (Green Future and Climate Party) hatte neben einem durchdachten Parteikonzept viele kreative Ideen, wie man das Interesse junger Wähler wecken könnte; beispielsweise durch das Anbieten von Primärerlebnissen beim Info-Geocaching in der freien Natur oder der Durchführung von Baumpflanzaktionen sowie das Angebot von innovativen  Umwelt-Forschungswettbewerben mit attraktiven, nachhaltigen Preisen für junge Leute. Andere Parteien machten sich ebenfalls Gedanken zur Vermeidung von Plastik und wollten eine Plastiksteuer einführen oder kamen auf pfiffige Ideen, wie z.B. einen Plastiktüten-Pfandautomaten einzurichten, der als Rückpfand Tierfutter ausgibt.

Am Ende des Workshops stand – ganz im demokratischen Geist – die Wahl der über-zeugendsten Partei, die mit Spannung verfolgt wurde. Die Wahl gewann die Partei Education Matters (EM), mit dem Leitbild, dass gute (Aus-) Bildung dazu befähigt, den Kampf gegen das Unwissen und Armut zu gewinnen, die letztendlich zur Lösung vieler gesellschaftlicher und sozialer Probleme beitragen kann.

Zuletzt gilt unser großer Dank Frau Jost, die den Kontakt hergestellt und diesen Workshop als wertvoll für unsere Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Englisch empfohlen hat. Besonders bedanken möchten wir uns natürlich bei dem Referenten Herrn Jaspar Rogers selbst, wie er mit  seiner authentischen und kreativen Art uns dabei geholfen hat, die Wichtigkeit von Demokratie und den damit verbundenen Themen vor unserer Haustür zu erkennen und den europäischen Geist zu spüren. Als „echter“ Engländer konnte er unserem Kurs einen Blick über den Tellerrand bieten und uns eindrücklich von der politischen Atmosphäre in England nach dem Brexit-Referendum berichten. Er vermittelte uns,  wie viele Wähler – und besonders junge Leute – sich von ihrer Regierung nicht repräsentiert fühlen, wenn England aus der EU nun austritt. Seine Botschaft, nicht in politische Apathie zu verfallen, sondern stattdessen Demokratie zu leben und politisch selbst zu gestaltern zu werden, hat uns nachhaltig beeindruckt.  Vielen Dank dafür lieber Jaspar!

Unser Dank gilt nicht zuletzt unserer Schulleitung, die trotz dieser schwierigen Zeiten die Durchführung dieses Workshops genehmigt und sehr positiv unterstützt hat. (Text: ULD, 9.10.2020)