Aus der Pforzheimer Zeitung:

"Latein ist Bildung ohne Verfallsdatum" 


WALLDORF. Die deutschen Schüler sind mit ihrem
Latein nicht am Ende. Im Schuljahr 2001/2002 hätten
627 122 Schüler Latein gelernt, 1,4 Prozent mehr als im
Schuljahr zuvor, teilte Helmut Meißner, der Vorsitzende
des Deutschen Altphilologenverbandes, in Walldorf
(Rhein-Neckar-Kreis) mit. In den neuen Bundesländern,
wo nach der Wiedervereinigung im Fach Latein
"praktisch bei Null" begonnen werden musste, sei der
Aufwärtstrend am stärksten. "Latein ist Bildung ohne
Verfallsdatum", sagte Meißner.

Südwesten auf Rang elf

In Thüringen lernten 5,6 Prozent der Schüler an
allgemein bildenden Schulen Latein, in
Baden-Württemberg waren es nur 4,8 Prozent (Vorjahr
4,75 Prozent), womit der Südwesten im Ländervergleich
auf Rang elf landete. Bayern hält seit zwei Jahrzehnten
den Spitzenplatz mit annähernd neun Prozent oder 130
000 Lateinschülern. Fast mit Latein am Ende ist Bremen
(2300 Schüler oder drei Prozent). Für die neue
Wertschätzung des Lateins nannte Meißner eine Reihe
von Gründen. "Heute setzt sich wieder die Ansicht
durch, dass Latein unzählige Verstehens-Barrieren
wegräumt und gerade Kindern aus bildungsfernen
Familien den Zugang zu unserer Kulturtradition
wesentlich erleichtert", sagte der Latein-, Griechisch-
und Ethiklehrer. 

"Gut unterrichtetes Latein gehört zu den besonders
interessanten Fächern. Es ist kein weiches Fach",
erklärte Meißner. Ähnlich wie Physik fördere Latein die
Schüler durch Fordern. Es sei kein Zufall, dass nach
einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft weit
über 60 Prozent der wirtschaftlichen Führungskräfte, die
selbst Latein gelernt haben, auch den heutigen Schülern
raten, Latein zu lernen.lsw 
Erstellt am: 02.01.2003

Quelle: http://www.pz-news.de/suedwest/19732/index.html